"POLLY" - Preis

 Preis für Politische Lyrik 2017

Zwischenstand 2017 - bitte klicken -

Liebe Schöpfer und Freunde

politischer Lyrik!

Der Preis für Dichtkunst mit einer gesellschaftlichen Botschaft geht in diesem Jahr in seine 6. Runde und wird zum ersten Mal einer spezifischen Thematik gewidmet sein:

 

 

EUROPA

 

 

Es gibt zwei Gründe, die mich als Stifter zu dieser Eingrenzung bewogen haben. Zum einen ist es der desolate Zustand, in dem sich das großartige Einigungswerk unseres Kontinents befindet und der, wie ich meine, jeden einzelnen Europäer zum Einsatz für seine erfolgreiche Fortschreibung herausfordert, nachdem die Politiker sich als dazu unfähig erwiesen haben.

 

Zum anderen hat mich die Lektüre von Joachim Sartorius‘ Handbuch der politischen Poesie im 20. Jahrhundert, das den Titel ‚Niemals eine Atempause‘ trägt, schockiert. Europa tritt in den 19 Themenblöcken, die vom armenischen Genozid über jede Menge Kriege und

 

Impressum

 

Revolutionen oder Stunden Null bis zur   grünen Utopie reichen, überhaupt nicht auf! Es gibt kein einziges Gedicht, das diesem für unser Leben und Überleben so wichtigen und einzigartigen politischen Projekt gewidmet ist.

 

Ein überzeugter Europäer und Lyriker wie ich trägt schwer an dieser Tatsache. Wie lässt sie sich erklären? Offenbar wird der Zusammenschluss Europas, technokratisch europäische Integration genannt, als eine so blutleere Angelegenheit gesehen und erfahren, dass sie empfindsame Menschen entweder abstößt oder teilnahmslos lässt– obwohl es das weltweit gelungenste Friedens- und Wohlstandsprojekt aller Zeiten ist.

‚Den lieb ich, der Unmögliches begehrt‘ heißt es im Faust II. So will ich also das bisher scheinbar Unmögliche begehren und Gedichte einfordern, die Europa zum Thema haben.  Um es vorweg zu sagen: Es geht nicht um Lob- und Preisgedichte. Mir ist ein Gedicht, das künstlerisch gelungen das Integrationswerk gänzlich ablehnt, schmäht oder in seiner bisherigen Form verwirft, lieber als eine artige, aber kunst- und kraftlose Ode an Europa.

 

Sollte es so sein, dass Europa mehr Widerstand und Ablehnung in der politischen Lyrik erfährt als Zustimmung, von Begeisterung wage

ich gar nicht zu reden, so müssen wir diese traurige Wahrheit zur Kenntnis nehmen und sehen, was uns engagierten Europäern zu tun bleibt, um (neue) Begeisterung zu erwecken.

 

Noch ein Hinweis. Das Thema Europa ist weit zu verstehen. Aber nicht jedes Gedicht über das Schicksal der Flüchtlinge vom Mittelmeer oder zum Weltfrieden ist schon ein Gedicht zu Europa. Es geht um den Zusammenschluss der europäischen Staaten und Völker, um das, was dieser Zusammenschluss sein kann, sein sollte oder auch nicht zu sein vermag.

 

Die Dotierung des Preises für Politische Lyrik 2017 beträgt wie in den Vorjahren 1000, 500 und 250 €.

 

Jörn Sack, Stifter